Fridas Jahr 2019

Liebe Grete,

 

ohhhh ist das lange her, dass ich dir das letzte Mal geschrieben habe. Da bekomme ich ja ein ganz schlechtes Gewissen, denn du könntest ja glatt glauben, ich hätte dich, den Hans, die anderen Stadlbauers und meine Hundekumpels vergessen. Aber das ist nicht so. Ich hatte nur so furchtbar viel zu tun.

Bei der letzten Frühlingswanderung in Gramastetten haben mein treuer Verehrer Maximilian und ich uns wiedergetroffen und waren die ganze Zeit ein Paar. Auch bei dem Rennen, das du organisiert hast, bei dem ich den dritten Preis gewonnen habe, waren wir in der Ausscheidung zusammen.

Da musste ich Maxi leider schlagen, denn ich wollte ja weiterkommen. Wenn im nächsten Jahr bei der Frühlingswanderung wieder ein Rennen stattfindet, dann werde ich aber wieder mächtig Gas geben! Grete, es gibt doch hoffentlich wieder eine Frühlingswanderung, oder?

 

Als wir wieder zuhause im Schwarzwald waren, wo ich jetzt schon fast dreieinhalb Jahre lang bei meinen Menschen wohne, da habe ich mir überlegt, dass es an der Zeit sein könnte besser auf Frauchen und Herrchen zu hören, weil ich jetzt erwachsen bin. Weißt du, Grete, richtiger Gehorsam ist nicht so ganz meine Sache, glaube ich. Es ist aber auch schwierig. Meine Beiden haben zum Beispiel immer die verrückte Idee, ich müsse verlässlich und unverzüglich kommen, wenn ich ohne Leine unterwegs bin und sie mich rufen. Grete, wie soll das denn gehen, wenn ich gerade nach Mäusen buddeln, oder hinter einem Reh oder einem Hasen herrennen muss? Katzen – auch schwierig. Ich komme ja, wenn ich gerufen werde, sobald ich es einrichten kann, also Zeit dafür habe.

Nun habe ich mir überlegt, es wäre bestimmt sinnvoll, wenn ich nochmals eine richtig gute Ausbildung von einem tollen Trainer bekommen würde. Oder hatte Herrchen diese Idee? Ich bin mir nicht mehr so ganz sicher, ist eigentlich aber auch egal, finde ich. Jedenfalls fanden wir auf unserer Suche die Sandy. Die hatte gerade ihre Prüfung als Hundetrainerin erfolgreich abgelegt. Die Sandy ist zwar noch jung, die hat aber schon ganz viel Erfahrung. Bei ihr zuhause springen gleich drei Hunde herum, der Berti, Marley und Lotta. Die sind inzwischen alle Drei meine Freunde. Ganz besonders der Berti. Der ist zwar viel kleiner als ich, aber er ist trotzdem ein ganz toller Kamerad.

 

Bei der Sandy gab es in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder mal eine Einzelstunde und anschließend „Hausaufgaben“ zum Üben. Ich hatte Spaß ohne Ende, weil ich nämlich ganz schnell gemerkt habe, meine Menschen mussten eigentlich mehr lernen als ich. Die Trainerin, die achtet immer auf alles und sieht sofort, wenn was falsch läuft; auch wenn ich manchmal ein wenig zu schummeln versuche. Dann muss ich die Übung nochmal machen. Aber trotzdem habe ich sie ganz doll lieb und das will ich ihr auch jedes Mal aus Neue beweisen, wenn wir uns sehen. Dann drehe ich jedes Mal ziemlich durch, will immer voll Freude an ihr hochspringen und ihr jede Menge Hundeküsse geben. Die Sandy sagt aber dazu, so wie ich sie begrüße wäre das recht ungehörig und ich sei dann auch zu distanzlos. Das müssten wir abstellen. Aber wenn ich sie doch so arg gernhabe und ihr das auch zeigen will, dann soll das falsch sein? Menschen sind irgendwie schon komisch. Herrchen nimmt Frauchen doch zwischendurch auch mal in den Arm und gibt ihr Küsschen. Ist er dann auch distanzlos und ungehörig? Dann müsste er das doch eigentlich auch abstellen, oder?

Seit Oktober gehen wir jetzt auch noch regelmäßig jede Woche ins Gruppentraining. Da sind dann auch andere Hunde. Das finde ich schön – aber ernsthaft gelernt werden muss trotzdem.

 

 

Ich verstehe inzwischen richtig gut was meine Menschen von mir wollen und kann das dann auch viel besser befolgen als früher. Herrchen war neulich ganz stolz als er von mehreren Bekannten hörte, ich hätte mich aber im letzten halben Jahr noch mal richtig positiv entwickelt. Da habe ich mich auch gefreut und habe gedacht, gut gemacht Frida, es hat sich gelohnt im Training fleißig mitzumachen.

 

Im September waren wir wieder, wie im letzten Jahr, in dem Hundehotel im Zillertal. Es war wieder prima, ganz viele Hunde und einige kannte ich sogar schon vom letzten Mal. Am selben Tag wie wir kamen die Freunde meiner Menschen aus Luxemburg mit ihren drei Collies an, dem Nel, Mexx und Melody. Und dann waren, wie im letzten Jahr auch noch die beiden netten Schweizerinnen mit ihrer Labradoodle-Dame, der Gioia wieder im Hotel. Hui, das war prima! Alle wieder beieinander!

Wir haben dann auch bald eine schöne gemeinsame Wanderung zum Berglsteinersee gemacht. Das war richtig klasse.

 

 

In diesem Jahr war ich dann so weit, dass ich immer meine Menschen zum Essen in das Hotelrestaurant begleiten durfte. Obwohl da so viele Hunde waren, habe ich mich ganz brav neben den Tisch gelegt und habe überhaupt kein Theater gemacht. Das hat Frauchen und Herrchen gut gefallen.

War wieder ein richtig schöner Urlaub, mit etlichen Wanderungen, Planschen in Bächen und Seen, Herumtoben mit Hundefreunden… einfach toll.

 

Ende Dezember fahren wir wieder ganz weit in den Norden, auf die Insel Amrum. Da darf an Silvester kein Feuerwerk abgebrannt werden. Gott sei Dank!!!

Ja, liebe Grete, und damit ist das Jahr 2019 komplett. Im nächsten Jahr melde ich mich dann wieder bei dir.

Frauchen, Herrchen und ich wünschen dir, liebe Grete, dem Hans, allen Stadlbauers und den Hunden schon jetzt eine schöne Adventszeit, ein fröhliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes 2020.

Allen, die meinen Brief im Blog lesen wünsche ich das auch.

Deine Frida

Ein Gedanke zu „Fridas Jahr 2019“

  1. Schön wieder von euch gehört zu haben…ja das mit dem Hunderennen war ein Spass hoffentlich können wir das im Frühjahr wiederholen!!!!
    Glg an Frida mit Herrli und Frauli von Brigitte und Gregor mit Enzo und Vetty!

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