Retten um jeden Preis?

Danke Helga das Du mir diesen Link  von Marion Höft zum 22. April um 12:06 · geschickt hast.

Wenn es um Tierschutz geht, wenn wir Bilder von traurigen Fellnasen, von armen Seelen, einsamen Hunden oder großen Welpenaugen sehen, gibt es für Viele kein Halten mehr. Die Emotionen kochen über und wir wollen helfen und all diese Hunde retten.

Die Folgen sind nicht mehr zu übersehen. Die Notrufe mehren sich, weil Hunde ihr Zuhause wieder verlieren. Nicht selten sollen sie am besten sofort weg weil sie „verhaltensauffällig“ wurden. Warum wird nicht hinterfragt und dem Hund zu helfen kommt nicht allen Rettern in den Sinn.
Die Verantwortung endet mit der Rettung,

Tierheime quellen über und wissen nicht mehr wohin mit der Flut all dieser ehemals geretteten Hunden. Mittlerweile beginnen auch die Tierheime Hunde hin und her zu schieben, je nachdem wo gerade ein Platz frei geworden ist.
Hunde, die nicht die von Interessenten bevorzugten Eigenschaften wie lieb, nett freundlich, kinderlieb etc. entsprechen, werden zu Langzeitinsassen. Hunde die Aggressionen zeigen sind nicht gut für das Image eines Tierheimes und werden abgeschoben.

Mit den Hunden zu arbeiten, ihnen aus ihrem Verhalten herauszuhelfen und ihnen so die Chance auf ein neues Zuhause zu geben? Keine Zeit und kein Geld!
Häufig übernehmen ehrenamtliche MitarbeiterInnen, die den Sinn des Tierschutzes leben, diese Aufgabe. Sie opfern ihre Freizeit um all diesen Hunden ein wenig helfen zu können.

Auch mich erreichen täglich immer mehr Anfragen, ob ich nicht eine arme Fellnase bei mir aufnehmen kann. Falls ich mich nicht dazu bereit erkläre, muss die arme Seele wieder zurück in die Tötung!
Ist das Tierschutz, aus der Tötung in die Tötung?

Vor vier Wochen habe ich einen geretteten Herdenschutzhund-Mischling bei mir aufgenommen.

Ich habe ihn lange beobachtet und was ich sehe erschreckt mich.

Pongo ist eines dieser vielen Opfer der unzähligen unverantwortlichen Rettungen.

Pongo wurde in eine Welt „hineingerettet“ die nicht seine ist. Die Welt in die er gebracht wurde macht ihm Angst. Er hat Angst vor Geräuschen, vor Männern, vor der Dunkelheit, vor dem Fernseher und selbst vor den Bewegungen am Himmel. Wann immer er kann sucht er Schutz unter Bäumen, Sträuchern oder unter Möbeln.
Sein Leben besteht aus Angst und Stress.

Hundeexperten und auch Tierschützer hatten bereits mehrfach empfohlen, diesen Hund einschläfern zu lassen.
Ist es das was wir unter Rettung verstehen, einen Hund von der Straße einzufangen, ihn nach Deutschland zu bringen um ihn dann hier einschläfern zu lassen? Wenn ja läuft etwas gewaltig schief!

Was Pongo betrifft, bekommt er bei mir sein „Gnadenbrot“. Ich lasse ihn und zwinge ihn zu nichts. Soweit wie möglich darf er bei mir leben, wie er es für richtig hält. Wir machen kleine Fortschritte und auch wieder Rückschritte.
Ob er jemals ganz hier ankommen wird? Ich weiß es nicht!

Ich stelle nicht den Auslandstierschutz als solches in Frage. Ich habe selber fünf Hunde aus dem Ausland und alle hatten ihr Päckchen dabei. Keiner meiner fünf Hunde war nur lieb, verspielt, verschmust oder gar dankbar für das neue Zuhause. Teilweise „ging ganz schön die Post ab“ und ich hatte alle Hände voll zu tun. Einen meiner Hunde „umzutauschen“ wäre mir aber nie in den Sinn gekommen.

Ich appelliere an die Tierschutzvereine, verantwortungsvoller mit dem Lebewesen Hund umzugehen. Es kann nicht im Sinne eines Tierschutzes sein, wenn unzählige gerettete Hunde hier erst zum Wanderpokal werden um dann den Rest ihres Lebens in einem Tierheim verbringen zu müssen oder gar eingeschläfert werden.

Und ich bitte alle seriös arbeitenden Tierschutzvereine mitzuhelfen, dass all die Vereine, die Hunde in Massen ohne Sinn und Verstand nach Deutschland verkaufen, wieder in der Versenkung landen.
Den vermittelnden Verein von Pongo gibt es nicht mehr und das ist auch gut so!

Bitte seid aufrichtig zu den Interessenten und beschreibt die Hunde so ehrlich wie irgendwie möglich. Wenn man nichts über den Hund weiß, dann kommuniziert man das auch so. Ich bin immer wieder überrascht wieviele Hunde als kinderlieb beschrieben werden, die Zeit ihres Lebens in einem Tierheim waren und daher noch nie ein Kind gesehen haben können. Das ist unverantwortlich und hilft weder den Interessenten noch den Hunden.

Das vermeintliche Argument, dass es Hunden hier in einem Tierheim besser gehe als im Ausland, lasse ich pauschal so nicht stehen.
Wer das meint den bitte ich, regelmäßig Tierheime aufzusuchen und die Hunde dort zu beobachten, den Großteil des Tages eingesperrt auf wenige Quadratmeter und in ihren Fäkalien liegend. Viele werden verhaltensauffällig, verletzen sich selber oder werden aggressiv.

Auch wenn wir es nicht hören wollen: wir können nicht alle retten. Jeder kann nur im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas zum Tierschutz beitragen.
Wer seine Grenzen nicht erkennt und diese nicht beachtet, kann sehr schnell selbst zu einem „Rettungsfall“ werden. Auch das passiert, tagtäglich im Tierschutzland Deutschland. Vor allem vielen ehrenamtlichen Helfern, die nur helfen wollten.

Und manchmal müssen Hunde vor den „Rettern“ gerettet werden!

©️ Problemhundtherapie Marion Höft
www.problem-mensch-hund.de
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Grüsse von Zora

Liebe Grete,

ich sende dir ein paar Eindrücke der ersten Tage mit Zora.
Es macht grossen Spass mit der kleinen Dame, auch die Kids haben sie schon sehr ins Herz geschlossen!
Die Fahrt war recht anstrengend für Zora, aber seit wir hier sind, geht es ihr wirklich gut. Sie geniesst den Garten und auch im Haus hat sie schon ein paar Lieblingsplätze.
Wir danken euch, dass wir nun so eine bezaubernde neue Mitbewohnerin haben!
Liebe Grüsse von Sascha und Kathi

Jamy

Hallo Grete, wir sind gestern gut in M. angekommen. Mit den anderen Hunden und alles andere war es doch noch sehr aufregend für Jamy.
Die Nacht war aber entspannt und ruhig.

Der Tierarzt Termin war erfolgreich und auch super entspannt.
Heute ist Jamy gut zur Ruhe gekommen und hat viel geschlafen. Soweit so gut 😊.
Liebe Grüße Barbara

 

Liebe Grüße aus der Wachau von Jassi

Liebe Frau Stadlbauer,

hier kommt nach langer Zeit wieder ein kurzes Lebenszeichen von unserem
Puggle Jassi, alias „Yassim“ für den Blog auf Ihrer Homepage.
Es geht ihm wunderbar, heuer wird er ja schon 5 Jahre alt.
Unglaublicherweise hat er letzes Jahr auch seine Liebe zum Wasser
entdeckt und begonnen zu schwimmen!

Letzten Sommer durfte Jassi viel erleben, er war mit im Salzkammergut:
Schwimmen im Grundlsee, mit der Plätte über den Toplitzsee, Wandern um
den Altauseersee, Hallstatt, etc.

Er macht uns sehr viel Freude, ist ein nicht weg zu denkendes
Familienmitglied, vor allem unsere Tochter Jana liebt ihn über alles.

 

dav

Hunde und Kinder

 

Den folgenden Text unserer Kollegin Marion Höft können wir nur empfehlen! 👍👍👍
Er sollte zum Nachdenken und verantwortungsvollerem Handeln anregen …

„Unsere KI…NDER und unsere HUNDE:

Sie leben in einer Familie und doch in zwei Welten!

Wenn ich zurück an meine Kindheit denke und was ich gelernt habe, so fällt mir auf Anhieb Respekt ein. Respekt vor seinen Mitmenschen aber auch vor den Tieren.

Hunde gehörten zum Alltag, sie waren einfach da. Niemand kam auf die Idee, mit den Hunden stundenlang zu spielen, sie „artgerecht“ zu beschäftigen oder Fachbücher über die Fütterung zu lesen.

Gespielt haben wir mit den Nachbarskindern und Einsamkeit kannten wir nicht.

Einen Grundsatz für den Umgang mit Hunden haben uns unsere Eltern und Großeltern mit auf den Weg gegeben: Hunde niemals beim Fressen und Schlafen stören! Taten wir es doch, gab es einen gehörigen Anpfiff.

Und heute?

Unsere Lebensweise hat sich durch die Industrialisierung stark verändert und damit auch der Stellenwert unserer Hunde. Heute sind sie Familienmitglieder, bester Freund, Seelentröser und auch Spielkamerad – besonders für unsere Kinder!

Die Erwartungen der Eltern an die Hunde sind dementsprechend hoch: sie sollen kinderlieb, verschmust, zutraulich, sanftmütig und natürlich ohne jegliche Aggression sein.

Die Erwartungen an die Kinder: keine!

Ich werde häufig von besorgten Eltern um Hilfe gebeten, weil der Hund sich nicht rund um die Uhr vom Sprößling betatschen lässt, das Kind anknurrt oder auch bereits gezwickt hat.

Was ich dann vor Ort bei meinen Besuchen in den Familien erlebe, erschreckt mich häufig.

Den Kindern fehlt jeglicher Respekt vor den Hunden. Sie ziehen den Hund am Schwanz, drücken den Hunden unentwegt Küsse auf die kalte Schnauze, nehmen ihnen das Futter und das Spielzeug weg oder meinen auf dem Hund reiten zu können. Nicht nur einmal habe ich erlebt, dass Kinder mit Steinen nach dem Familienhund werfen und das aufjaulen des Hundes belacht haben.

Viele Eltern lachen mit und freuen sich, dass die Kinder so viel Spaß haben.

Zieht sich der Hund zurück um sich seine wohlverdiente Ruhe zu gönnen, wird er auf seinem Schlafplatz weiter gepiesackt.

Mich erstaunt immer wieder, wie hoch bei vielen Hunden die Schmerzgrenze ist und bin froh, dass noch nichts schlimmeres passiert ist.

Nicht selten bekomme ich zu hören, dass der Hund weg muss, sobald er das Kind verletzt. Selbst ein 8 jähriger Labrador, der Zeit seines Lebens bei der Familie war sollte weggegeben werden, weil er von der kleinen Tochter genervt war.

Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Eine Beziehung ist niemals eine Einbahnstraße! Auch unsere Kinder müssen lernen gewisse Regeln und auch Grenzen im Umgang mit unseren Hunden einzuhalten und die Bedürfnisse des Familienmitglieds Hund zu respektieren!

Vor allem aber müssen auch Kinder lernen, Hunde zu respektieren.[…]

Nur so können viele Verletzungen vermieden werden und die Hunde müssen ihre Familien nicht verlassen.[…]

Jedes verletzte Kind ist eines zuviel. Die meisten Beißvorfälle hätten vermieden werden können, wären die Warnungen des Hundes verstanden worden, von Klein und Groß! […]“

Quelle: Problemhundtherapie,
Marion Höft
https://www.problem-mensch-hund.de