Zugfahrt mit der Taurachbahn im Lungau (von Mauterndorf nach St. Andrä)

(erzählt von Yasu)

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Mariapfarr im Lungau

haben sich meine Besitzer etwas Besonderes einfallen lassen.

Eine Zugfahrt mit der Taurachbahn. Das sind alte Waggons mit

Holzsitzen, die von einer alten Dampflok gezogen werden, Ein

Haufen Menschen arbeiten dort ohne Bezahlung, weil sie so

begeistert von dieser Bahn sind.

Also mich hat ja vorher keiner gefragt, weil meine Euphorie

hielt sich ziemlich in Grenzen. Ich bin ja schon mit allen

möglichen Gefährten mitgefahren und es war alles bequemer

als das. Ich stellte mich auf „armer Hund“ und so hob mich

Herrchen wenigstens auf seinen Schoß, damit ich

hinausschauen konnte. Soo war es gleich interessanter. Die

Dampflok machte einen Lärm und rauchte und dann gab es

ein Hupsignal und die Ruckelei fing an. Also, wenn Ihr mich

fragt, verstehe ich nicht, dass man das freiwillig mitmacht,

aber meine Besitzer waren sehr begeistert. Sie schwärmten,

dass alles so sei, wie in ihrer Kindheit. Jo, mei – wann war

deren Kindheit. Da war ich ja lange noch nicht auf dieser Welt!

Wir ruckelten also von Mauterndorf nach St. Andrä im Lungau

mit 25 km/h.

Der Schaffner kam und kontrollierte die

Pappendeckelfahrkarten. Mein Gott, so was habe ich ja vorher

noch nie gesehen. Vielleicht kann man die ja essen, aber ich

bekam sie nicht. Die hat mein Frauchen verwahrt.

32Plötzlich stieß diese Lok einen unglaublich lauten Pfiff und

dann noch einen – aus. Wir blieben stehen. Endlich! Konnte ich

jetzt aussteigen? Aber nein. Da stieg nur so ein Uniformierter

aus und – na – ihr glaubt es nicht – sie waren zu dritt und

haben einen Schranken heruntergekurbelt. Händisch. Als der

dann zu war, mussten also alle Autos dort warten, bis dieser

Zug durchgefahren war und dann stiegen die 3 wieder aus und

kurbelten den Schranken wieder hoch. Ich habe mir gedacht,

wer weiß, wo ich da gelandet bin. Sicher nicht in der

modernen Zeit. Gelangweilt schaute ich zum Fenster hinaus

und plötzlich pfeift der Zug wieder ohrenbetäubend und es

ging weiter. Uff. Hoffentlich sind wir bald da. Nach langer Zeit

hieß es, wir müssen alle aussteigen. Endstation. Die Lok wird

umgehängt. Eine Stunde Zeit in einem Gasthaus, um

Erfrischungen zu sich zu nehmen. Hoffentlich haben die was

Gscheits.

Endlich durfte ich wieder raus und gehen. Am Boden, der nicht

ruckelte. Hurra.

Beim Gasthaus angekommen, gab es wenigstens Wasser und

ein paar Schnittenkrümel für mich. Ich dachte nicht, dass wir

noch einmal in dieses Gefährt einsteigen würden und spazierte

fröhlich durch die Gegend. Hier gab es auch viel zu

schnuppern und wir kamen gar nicht weit, als es hieß: Bitte

wieder alle einsteigen. Oh neiiiin!

Na, ich musste mit, aber jetzt kannte ich ja das alles schon.

Ich dachte mir: ok, ich leg mich auf den Boden und verschlafe

einfach die Heimfahrt. Das ist ok. Und so machte ich es dann

auch. Ich legte mich hin, als der Schaffner vorbeikam und

quasselte und quasselte mit Herrchen und Frauchen. Ganz

begeistert klang der. Er erzählte, dass er jede Woche extra aus

Wien komme, um mitzuarbeiten. Na, bitte! Ich musste den mal

beschnuppern. So ein komischer Mensch. Der kommt extra

von weit her, um hier mit dieser Ruckelbahn zu fahren.

Menschen sind komisch, dachte ich noch, dann schlief ich ein

und wurde erst wieder munter als der Zug wieder in

Mauterndorf einfuhr und laut tuuuut machte. Ach, war ich

froh, da raus zu kommen, aber was macht man nicht alles als

Hund, um überall dabei zu sein.

Yasu und die gelbe Blume

(erzählt von Yasu)

Es war ein sonniger Tag im Burgenland. Wir schrieben den 4.

Jänner 2023. Für diese Jahreszeit war es viel zu warm. In der

Sonne hatte es um die 12 bis 13 Grad. Ich ging mit meinem

Frauchen Gassi. Es roch schon so nach Frühling und es gab

auch schon eifrige Käfer, die herumkrabbelten. Eine Idylle

kann ich Euch sagen.

Plötzlich stieß mein Frauchen einen Schrei aus!!

Das gibt’s ja nicht, Yasu. Wow!

Ich dachte: „Puh, was ist bloß mit ihr los?“

„Yasu, eine gelbe Blume! Eine Blume auf der Wiese, am 4.

Jänner! Das gibt’s ja nicht!“

Mir war das ehrlich gesagt nicht sooo wichtig. Ja, mei! Eine

Blume! Ich hatte andere Dinge im Kopf. Das Gras schmeckte

hier so gut! Viel besser als in Linz.

Wir waren auf der Wiese hinter unserem Ferienhaus. Dort

befand sich auch die Terrasse, doch die Terrassentür war zu.

Genau gesagt, waren es zwei Türen. Eine Holztüre und

dahinter eine Glastüre.

Frauchen war so entzückt wegen dieser Blume, dass sie an der

Holztüre klopfte. Ich hatte keine Ahnung wieso, bis plötzlich

Herrchen vor uns stand.

Das war ein komisches Haus. Von der Wiese kam man direkt

in den ersten Stock des Hauses.

Herrchen lachte, als er uns sah. Mein Frauchen erklärte –

immer noch ganz freudig – dass sie eine Blume gefunden

hatte, aber nicht wusste, welche es sei. Herrchen könnte sie ja

mit seiner Botanik-App bestimmen.

Najooo meinte der. Frauchen hielt ihm die Blume mit flacher

Hand hin.29

Und ich dachte: Ha!, das ist jetzt ein besonderes

burgenländisches Geschenk und ein Leckerbissen. Und zack,

war die Blume in meinem Maul.

Na, sie schmeckte nicht besonders; wenn ich denke, was für

einen Freudenausbruch sie vorher verursacht hatte. Frauchen

war empört.

„Yasuuu, jetzt werden wir nie erfahren, welche Blume das war.

Pfui, schäm dich!“

Na soo ein Theater, das gibt’s 

Advent mit Hund Yasu (von Frauchen erzählt)

Heute ist wieder Adventsonntag. Draußen ist es trüb und selbst

unser Hund überlegt, ob er denn wirklich hinaus muss. Er

schläft einmal auf der Bank im Wohnzimmer und steht nur auf,

um zu einem weiteren Schlafplatz in der Wohnung zu

schleichen. Mit seiner Schnauze schiebt er die Decken in

seinem Korb hin und her und schaut mich mit müden Augen

an. Erst als ich mich in die Küche begebe, erhebt er sich

wieder, um nachzuschauen, ob beim Kochen etwas für ihn

abfällt. Tut es aber nicht.

Enttäuscht zieht er wieder ab, dreht sich noch einmal mit

fragendem Blick um, um sich dann – mit seinem Schicksal

hadernd- in sein Körbchen zurückzuziehen. Er grummelt vor

sich hin und reagiert seine Enttäuschung an der Decke ab, die

in seinem Bettchen liegt.

„Wie können Menschen nur so gemein sein und mir nichts von

dem guten Essen abgeben?“ scheint er zu denken. Er kann ja

so arm schauen, dass es einem schwer fällt, ihm nichts zu

geben, aber der Tierarzt hatte es uns empfohlen, weil es ihm

gut täte, wenn er keine gewürzten Speisen bekäme. So halten

wir uns daran, denn wir wollen, dass er gesund und agil bleibt.

Er ist ohnehin sehr gut genährt.

Eine halbe Stunde später fordert er von Herrchen seine

Spieleinheit ein. Erst setzt er sich neben ihn und stupst ihn mit

seiner Schnauze ganz leicht an. Ich muss schmunzeln, weil er

macht das jedes Mal gleich. Reagiert sein Herrchen nicht

drauf, bohrt er seine Schnauze in dessen Oberschenkel und

grunzt laut dabei. Er wird unausstehlich, wie ein Kind, das

lästig ist, weil es nicht alleine spielen will. Herrchen sagt:

“Nein, jetzt nicht! Warte ein bisschen. Ich möchte den Artikel

noch fertig lesen.“ Die Schnauze bohrt sich tiefer hinein, das

Gegrunze wird lauter, fordernder. Jetzt gibt es zwei

Möglichkeiten: Entweder spielt man mit ihm, oder schiebt ihn

vom Sofa. Herrchen entscheidet sich für die zweite

Möglichkeit, aber mit der Ruhe ist es vorbei. Entscheidet er

sich, sitzen zu bleiben, ist solange keine Ruhe, bis der Hund

aus dem Raum gegeben wird. Dazu muss Mann aber auch

aufstehen und das wollte Mann ja gerade nicht.

Wer wird sich durchsetzen? Das ist nun die Frage. Ich glaube,

es schon zu wissen, denn in neun von zehn Fällen siegt….- der

Hund! Ja, ja – wäre ich bei der Erziehung unseres Sohnes

auch so „konsequent“ gewesen, dann….aber lassen wir das.

Auch ein Hund hat bei uns natürlich Rechte und das hat er

schon mitgekriegt. Er weiß meist ganz genau, wie weit er

gehen kann. Es ist ja unglaublich, wie man von Tieren

beobachtet wird. Er weiß genau, wann man was vorhat. Er

beobachtet uns ja ständig. Er nimmt sich die Zeit und schaut

uns zu, was wir wann und wobei machen. Und er spürt auch,

wenn wir jemanden erwarten. Haben sich unsere Kinder

angesagt, ist er angespannt. Sie können nicht so oft kommen,

weil sie weiter weg wohnen, aber wenn wir sie erwarten, dann

ist natürlich alles anders als sonst. Ich muss vorher mehr

einkaufen, besorge natürlich die Lieblingssachen der Kinder,

muss mehr verstauen. Die Wohnung wird geputzt. Hund steht

dann ständig im Weg herum, weil er immer glaubt, er

versäumt etwas. Er mag eigentlich keinen Lärm, aber da ist er

überall dort, wo ich auch bin. Ich könnte ihn mit dem

Staubsauger einsaugen, denn er weicht nicht von meiner

Seite. Es ist einerseits nervig, aber auch wieder lieb, denn man

merkt ihm die Vorfreude an. Da hat er so seine Antennen.

Dann! Es läutet an der Türe, der Hund ist nicht mehr zu

bremsen. Er würde aus purer Freude unser Enkelkind

gnadenlos überrennen, wenn wir nicht aufpassten. Gleichzeitig

möchte er alle begrüßen. Der ganze Hundekörper bebt vor

Freude. Es dauert ein paar Minuten, bis er sich wieder

beruhigt. Die Begrüßung fällt jedes Mal so stürmisch aus, als

kämen alle von einer jahrelangen Reise zurück.

Endlich ist die Familie wieder einmal komplett! Unser Hund

Yasu ist genau so glücklich wie wir und sie zeigt dies auch. Der

Advent beginnt wunderschön! Unsere Enkelin ist eine

leidenschaftliche Kerzenanzünderin. Sie zündet alle Kerzen –

die im Wohnzimmer herumstehen – an und die ganze

Wohnung riecht nach Wachs. Ich mag das. Es gehört für mich

zum Advent wie Vanillekipferln und das Lied „Zünde ein

Lichtlein an“, das ich als Kind im Flötenunterricht gelernt habe.

advent ist wie ein warmes, heimeliges licht, das – einem

wegweiser gleich – die Richtung zeigt.

E. Woblistin

Yasu Geschichten


Der unschuldige Hund (Frauchen erzählt)

Die schönen Sommertage befanden sich im Endspurt und die

Heimreise war unvermeidlich. Mit Wehmut packten wir unsere

Sachen, denn der Urlaub war zu Ende. Gerade hatten wir noch

das Gefühl, am Strand gewesen zu sein und nun saßen wir

gedanklich schon wieder im Auto und programmierten das

Navi auf „Heimatadresse Linz“. Ach ja, alles hat ein Ende!

Enkeltochter Milena und Hund Yasu, damals beide 6 Jahre alt –

liefen aufgeregt durch die Ferienwohnuang, weil es nun wieder

nachhause ging. Milena bekam den Auftrag, ihre Sachen alle

auf einen Stapel zu legen, damit wir diese dann in ihrem Koffer

verstauen konnten, denn am nächsten Tag ging Milenas Reise

noch weiter nach Wien zu ihren Eltern.

Die Wohnung war angefüllt mit Kleidung von uns allen,

Badesachen bis hin zum Plastiknilpferd, das als Schwimmhilfe

gedient hatte, Hundeutensilien und, und…man kennt das ja,

wenn man mit Kind und Hund auf Urlaub fährt. Systematisch

verstauten wir die Dinge – getrennt in verschiedenen

Reisetaschen – damit wir dann zuhause gleich wieder alles so

hernehmen konnten, wie wir es brauchten. Wir mussten auch

noch die Badesachen von der Wäscheleine auf der Terrasse

abnehmen. Das hätten wir beinahe vergessen…

Vor der Hitze sollte alles im Auto verstaut sein, um dann in

Ruhe unser letztes Urlaubs-Frühstück genießen zu können. Für

unsere Verhältnisse waren wir schnell fertig, alles war in den

Reisetaschen verstaut, welche sich im Vorzimmer schon

stapelten. Das Nilpferd wurde oben aufgelegt. So! Fertig! Zum

Frühstück bitte!

Wo ist der Hund? Der war in der Wohnung nicht auffindbar.

Herrjeh! Der musste entwischt sein, als wir die Badesachen

von draußen hereinholten, denn jetzt war die Terrassentür

verschlossen. Milena rannte – Yasuuuu rufend – herum.

Plötzlich saß der Hund vor der verschlossenen Terrassentür

und schaute mit Unschuldsmiene herein. Als wir die Tür

öffneten, wedelte er herbei, als wäre nichts gewesen und

wartete auf ein Leckerli, als hätte er etwas geleistet. Natürlich

bekam er eines dafür, dass er wieder da war. Ich dachte noch:

“Na, super! Sehr pädagogisch wertvoll – unsere Erziehung!“

Als wir dann mit Kind und Hund bei der Haustüre

hinausgingen, trafen wir den Urlaubs-Nachbarn, der meinte:22

„Aha, da gehörst du also hin! Ihr Hund stand nämlich morgens

– als wir gerade aufstehen wollten – plötzlich neben unserem

Bett und hat uns mitleiderregend angesehen!“

„Entschuldigen Sie vielmals. Wir hoffen, er hat Sie nicht

erschreckt!“, sagten wir.

„Naja“, meinte er. Wir haben schon dumm geguckt, als der

Hund da plötzlich neben unsrem Bett stand. Er hat jedoch so

arm ausgesehen, dass wir lachen mussten.“

„ Ja, ja. Das kann unsere Yasu sehr gut. Dreinschauen, als

wäre sie der ärmste Hund der Welt. Sie ist ja schließlich von

uns ausgesperrt geworden. Da glaubte sie sicher, sie kann bei

Ihnen reinsehen, ob nicht vielleicht Sie etwas Gutes für sie

hätten. Tut uns wirklich sehr Leid! Sie ist so neugierig!“ Der

Nachbar hatte Verständnis – Gott sei Dank!

YASU 2016

Ein ganz normaler Morgen im Leben von Yasu

(Eine Erzählung in Gedichtform)

Wird ihre Futterschüssel gefüllt, trabt Yasu morgens an

setzt sich vor unsere Küchentür und kommt erst heran,

wenn es im Futternapf hmm richtig verführerisch duftet,

stürmt sie herbei, ja wie sie nun beim Rennen schuftet,

um an den Futtertrog so schnellst möglich zu kommen…

aber in Windeseile ist ihr Fressen erledigt; beklommen

schaut sie, denn sie giert ständig nach noch meeehr….

aber es kommt heute von nirgendwo noch was daher.

So trollt sie sich und geht mit Herrchen im Park rum,

manchmal fröhlich, bei Regen aber lustlos, ja stumm.

Sie trottet neben Herrchen dahin, ja versucht schnell

zu verrichten all ihre Geschäfte beinahe auf der Stell;

danach tänzelt sie von selber wieder der Haustüre zu,

legt sich daheim zu Herrchen aufs Sofa in seliger Ruh.

Sie seufzt und legt ihre Schnauze auf Herrchens Bein:

nach dem Motto: “Ach, der ist auch nicht gern allein!“

YASU, geb. 14.6. 2014

Heute bin ich nun mal die Chefin in unserem Garten

Für Herrchen hab ich kein Platzerl mehr frei!

Ihr seht doch! Ich denke grad nach, ja ich bin dabei,

Poetin zu sein. Herrchen kann auch mal kurz warten!

Jawolllll!

Der Garten – (M)ein Paradies

(erzählt von Oma)

Der Wunsch: wenn schon Schrebergarten, dann bitte einen

“atypischen”, in dem es nicht darum geht, die Hecken und

ähnliches nach Vorschriften anzulegen oder den Rasen alle

zwei Wochen zu mähen. Mir stand schon der Sinn nach einem

gepflegten Garten, den ich aber mit einer gewissen Freiheit

gestalten wollte. Und – ein Hund musste auch erlaubt sein!

Das Glück : Der Garten wurde gefunden: Zirka 400

Quadratmeter groß mit einem natürlichen Zaun aus Fichten.

Heuer, in Zeiten der Pandemie – ein Goldschatz! Die

Möglichkeit – trotz der tristen Lage – die Wohnung zu

verlassen; sogar im Winter ab und zu die Natur genießen zu

können, das kommt erfreulicherweise dazu.

Gartenidylle: Der Hund wälzt sich mit Enthusiasmus entweder

in der Wiese oder im Schnee, was ihn wirklich glücklich macht.

Einige Beete laden zum Bepflanzen ein. Ich grabe mit bloßen

Händen in der Erde und baue Kartoffeln an. Ach, wie in

Kindertagen! Das macht mich glücklich, bis der Hund die

Kartoffeln wieder ausgräbt und mit der Beute im Rekordtempo

davonläuft, um sie unter einem “Geheimbusch” zu vergraben.

Die Ernte wird mager sein, aber mir geht es nicht darum.

Vom Vorbesitzer: ein paar Blumen, ein paar Beete für diverse

Kräuter, Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren. Sträucher und

Pflanzen, die zu verschiedenen Zeiten blühen und reifen. Die

Hanglage kommt mir entgegen, weil ich so vor den Blicken der

Nachbarn geschützt bin. Die Gartenhütte ist nicht zu groß,

bietet aber genug Platz, alles Nötige zu verstauen. Ein kleines

Plantschbecken für das Enkelkind hat auf der Ebene vor der

Hütte Platz. Herz, was willst du mehr?

An Sonntagen: Zeit zum Träumen! Ich lege mich in meine

Gartenliege und sehe mich grün. Danach schließe ich die

Augen. Das Summen der Insekten ist plötzlich so laut zu

hören. Verschiedenste Vogelarten geben ein Konzert. Am

lautesten trällert eine Amsel im Gebüsch neben mir:

Dackderrigigigigi dackderrigigigigi!!! Unglaublich! Wie laut die

singen kann! Vielleicht zetert sie auch, weil eine Katze in

Nachbars Garten wohn? Straßenlärm ist hier dafür keiner zu

hören. Nur weit weg sind das Tuckern eines Traktors, das

Krähen eines Hahnes, das Gemurmel irgendwelcher Nachbarn17

und zirpende Grillen zu vernehmen. Ich sauge den Duft von

Rosen, Lavendel und Schafgarbe ein. Dieser intensive Geruch

trägt mich weit fort. Im Halbschlaf entstehen in meinem Kopf

Geschichten von fremden Ländern und ich treffe

ungewöhnliche Menschen.

Nebelgeister tauchen auf, die mir zuflüstern: “Der Kaffee ist

fertig!” Ich bin mir nicht sicher, ob ich schlafe oder wache, bis

Kaffeeduft direkt an meiner Nase vorbeizieht. Ich gähne

herzhaft und schleppe mich zum Gartentisch, den mein

Liebster schon gedeckt hat. Hmm, es gibt Espresso und dazu

Topfentorte.

Das nenne ich Paradies auf Erden!

 

 

Yasu, die Philosphin

Ich denke nach, ob es mir auf dieser Welt gefällt:

Ob First Dog „Juli van der Bellen“ bellt,

in der Hofburg vornehm und gewählt?

Dürfte Fanny Nehammer mit mir spielen einfach so?

Egal ob Juli, Fanny oder meine Wenigkeit, ohoo!

Ich würde mit beiden herumtollen! Das macht froh!

Ich weiß, dass es mir auf dieser Welt gefällt….

Eure Yasu13

Möhre oder Karotte? (erzählt von Milena)

Oma, wieso sagen manche eigentlich Möhre und andere

Karotte?

Tja, das hat mit damit zu tun, wo man sich gerade befindet.

Einige – meist Menschen aus Norddeutschland oder eben in

Österreich sagen Karotten, meinen aber dasselbe wie wir,

wenn wir Möhren sagen. Es ist einfach ein und das selbe

Gemüse.

Und weißt Du, wer gerne Möhren isst bzw. frisst?

Genau! Hasen und Kaninchen

Genau! Und nicht zu vergessen unsere Yasu. Dazu fällt Oma

eine ganz lustige Geschichte ein:

Yasu ist ganz wild auf Möhren. In der Früh, nachdem wir

gefrühstückt haben, bekommt sie auch immer etwas Gutes. Da

sie von diesen guten Sachen meist zuviel bekommen hatte,

fing sie eines Tages an, sich immer zu kratzen, weil sie die

Haut gejuckt hat. Daraufhin hat der Tierarzt gemeint, wir

sollen einmal all die guten Stangerl, die sie so zwischendurch

bekam – streichen. Das fiel uns zwar nicht so leicht, aber ihre

Gesundheit war es uns wert. Dafür bekam sie dann hin und

wieder ein Stück Apfel oder eben eine Möhre.

Yasu war so begeistert von Möhren, dass sie diese nach jeder

Mahlzeit direkt einforderte. Da war sie kaum zu beruhigen,

bevor sie nicht ihre Möhre bekommen hatte…Sie wurde

ziemlich ungut sogar, fing an zu bellen und beruhigte sich erst,

wenn sie ihre Möhrenportion bekommen hatte.

Letztens aber, war sie ziemlich unverschämt, musst du dir

vorstellen. Oma und Opa waren mit Yasu im Garten und

hatten natürlich auch eine Möhre dabei (weil unsere Möhren

im Garten waren noch nicht so weit). Oma hatte also alles was

sie von zuhause mitgenommen hatte in einer Einkaufstasche

eingepackt. Und sie hatte noch 2 Möhren einfach dazu gelegt.

Als alles – bis auf die Möhren – aus der Tasche ausgepackt

war, stellte Oma den Einkaufsbeutel auf den Boden, und

drehte sich kurz um. Da läuft Yasu zu der Tasche und ruck-

zuck hatte sie eine Möhre aus der Tasche gestohlen. Einfach

so.14

Oma musste zwar innerlich sehr lachen, aber das ging doch zu

weit. Schwupps war Yasu aus der Gartenhütte draußen, legte

sich ins Gras und begann genüsslich die Diebesbeute zu

verspeisen, aber sie hatte nicht mit Opa gerechnet. Der hatte

nämlich alles beobachtet und nahm ihr geschwind den Rest

der Möhre (die ja ziemlich groß war) weg. Die war nämlich als

Leckerbissen nach dem Mittagessen gedacht.

Tja, da drehte sich Yasu dann zu Opa um und schaute ihn

empört an. Das kann sie nämlich auch sehr gut. Empört

schauen!.

Daraufhin mussten Oma und Opa so lachen, denn das war

wirklich wie eine Slapstickszene mit dem Namen: Yasu, Opa

und die Möhre. In einem Theater hätten alle einen großen

Applaus bekommen, aber das ist ja wieder ein anderes Kapitel.

Spaziergang am Feiertag (erzählt von Yasu)

 

Vor meinem Haus ist ein schöner, öffentlicher Park mit altem

Baumbestand. Öffentlich hin und her – es ist mein Park.

Versteht sich. Meine Riesen-Schnüffelwiese, mein Reich.

Seit ungefähr einem Jahr geht mein Frauchen mit mir morgens

Gassi. Sie sagt, das tut sie, damit sie Bewegung macht und

dass diese uns beiden nicht schade. Ts. Das ist eigentlich eine

Frechheit, aber mir soll es recht sein. Bei ihr darf ich immer

viel mehr schnüffeln als bei Herrchen.

Wir gehen also bei der Haustüre hinaus und in den Park

hinein. Nicht gleich. Moment. Da wurde rund um die Sträucher

wohltuender Dung aufgetragen. Da muss ich mal….haaaalt!

Ich muss schnüffeln. Frauchen zieht an der Leine und sagt, ich

solle weitergehen, denn ich sei ja schließlich ein Hund und kein

Schweinchen. Hmmmm, wie das gut riecht. Die hat ja keine

Ahnung! Und da sind gute Käfer und sonstiges Krabbelgetier

drinnen. Naja, die Geschmäcker sind ja bekanntlich

verschieden. Ich liebe solche Misthäufen sehr. Frauchen sagt,

ich werde mit Hundeshampoo geschrubbt, wenn ich da

reinkrieche. Ach! Ich bin so hin- und hergerissen, denn ich

hasse Hundeshampoo-Behandlungen sehr. Na, gut. Einmal

noch schnuppern und dann gehen wir eben weiter.

Meinetwegen.

Oh, heute ist ein ereignisreicher Morgen. Es ist zwar um 6 Uhr

morgens noch kein Hund im Park – außer mir, aber unter der

Erde im Park ist was los. Ich schnüffle und renne der Spur

nach. Huiii, da ist ein Duft unter der Erde – ich muss da hin!

Frauchen lacht mich aus. Wieder einmal muss ich sagen – die

hat keine Ahnung! Ach, der Geruch wandert unter der Erde

herum – einmal links, dann rechts, dann wieder links. Dann ist

er verschwunden. Ich bleibe stehen – na! Da ist er ja wieder,

dieser wunderbare Duft und ich renne los.

Stop! Hier unterhalb muss es sein. Ich fange an zu graben.

Unter dem Busch ist weiches Erdreich und ich buddle die Erde

weg, schippe sie hinter mich und genau meinem Frauchen ins

Gesicht. Oh, das war nicht meine Absicht, aber sie braucht sich

doch nicht so anzustellen. Es ist ja nur Erde. Herrjeh. Unsanft

entfernt sie mich von meiner Baustelle und wird streng. Sie

nimmt die Leine kurz und sagt: „So, jetzt gehst du einmal Fuß!11

So geht das nämlich nicht, du Dreckbaumeisterin, du! Komm

jetzt! Wir gehen eine Runde. Buddeln kannst du dann im

Garten. Da musst du ja ohnehin noch deine Knochen aus- und

eingraben. Hm, jaaa! Das versöhnt mich wieder. Genau. Wir

fahren ja gleich in den Garten, wo meine vergrabenen

Knochen schon warten. Zuerst muss ich allerdings noch mein

Häufchen machen. Das hätte ich vor lauter Grabarbeiten heute

fast vergessen.

Wo ist dazu heute der beste Platz? Ich fange zu suchen an.

Ok. Da drüben ist das Gras hoch. Das ist mein Lieblingsplatz.

Ich laufe los. Halt. Da riecht es ja auch so gut. Da haben sie

Dung um die Bäume gegeben. Hmmmm, herrlich! Oh, aber

jetzt hingehockt…und – Geschäft erledigt! Wir können gehen.

Auf in den Garten, ich lasse meine vergrabenen Knochen nicht

warten.

Betretungsverbot für Hund namens Yasu

(erzählt von Enkelin Milena)

Als Yasu noch klein war, durfte sie in der Wohnung von Oma

und Opa überall hin bis zu diesem unsäglichen Tag an dem sie

Betretungsverbot für das Schlafzimmer bekam.

Du fragst: Warum? Ich erzähle es Dir und ich bin sicher, Du

verstehst es.

Eines Tages – Yasu war anscheinend gerade in ihren

Flegeljahren, weil sie tat selten das, was man von ihr verlangte

– wollte Yasu mit Opa raufen. Das tun die beiden immer

wieder einmal, weil es ihnen Spaß macht. Es ist mehr eine

kleine Balgerei – ein Spiel – mit anschließender Versöhnung.

Wenn ein Hund mit einem Spiel fertig ist, beutelt er sich und

geht zur Tagesordnung über. So viel nur zu Eigenheiten eines

Hundes.

An dem Tag hatte Opa noch keine Lust zu spielen, aber Yasu

wollte das partout nicht einsehen. Sie wurde so lästig, dass

Opa sie aus dem Wohnzimmer gab. Beleidigt trottete sie

hinaus. Es war ruhig in der Wohnung – verdächtig ruhig. Das

ist wie bei Kindern, sagt Opa. Ist es ungewöhnlich ruhig, dann

ist Vorsicht geboten. Meist stellen sie etwas an und sind

deshalb so ruhig, dass keiner auf die Idee kommt, dass da

etwas im Busch ist (wie man so sagt).

Oma fragte daraufhin: „Wo ist Yasu hingegangen?“ Opa

meinte: „Die hab ich in ihr Bettchen geschickt und da soll sie

auch bleiben!“

Oma ging um nachzusehen, ob denn das auch so war, aber sie

fand sie nicht in ihrem Bettchen. Sie rief Yasu, aber nichts

rührte sich. Das war wirklich sehr verdächtig. So ging Oma,

um sie zu suchen und sie fand sie.

Yasu hatte sich ins Schlafzimmer geschlichen und in Omas Bett

gelegt. Dort hatte sie in Seelenruhe ein Lackerl mitten ins Bett

gemacht. Sie schaute Oma unschuldig an, aber jetzt war Oma

wirklich wütend. Da konnte Yasu schauen, wie sie wollte. Sie

bekam mit einer Zeitung einen ordentlichen Klatsch auf ihr

Hinterteil und wurde für alle Zeiten aus dem Schlafzimmer

verbannt.

Oma musste das Bett vollkommen abziehen und sogar die

Bettdecke hatte was abbekommen. Das war wirklich zu viel. Es7

war eine Machtdemonstration von Yasu, nach dem Motto:

Wenn ihr mich aus dem Wohnzimmer rausschmeißt, dann

werde ich es Euch schon zeigen. Dabei hatte sie aber den

Kürzeren gezogen. Sie darf bis heute noch nicht ins

Schlafzimmer und sie weiß sehr genau warum. Das akzeptiert

sie auch, weil sie genau weiß, dass es sonst ein Donnerwetter

sondergleichen gibt. Seither schleicht sie immer nur vor der

Schlafzimmertüre herum, aber sie geht nicht hinein. Sie hat ein

sehr gutes Gedächtnis, aber Oma auch. Das Schlafzimmer

bleibt seit diesem Tag eine Tabuzone für Yasu.